Der Weg
Seelenbilder von VinzenzH

Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau

 

Ausstellung  vom 3. bis 28. November 2014
                verlängert bis 12. Dezember 2014
Ort: Sparkasse Freiburg-Nördlicher Breisgau

       79341 Kenzingen 
 

 

  

Text und Bilder von Marcus Ande

Bericht der Lahrer-Zeitung

 

"Es ist für mich unvorstellbar, dass ich

 das gemalt habe"

 

 

                                        

Seine Bilder zogen viele Blicke auf sich: Vinzenz Hensle (Mitte) im Gespräch mit Besuchern seiner Ausstellung.

 

...  …  ... Stärker könnte der Kontrast kaum sein: In dem Schalterraum eines Geldinstituts, wo jeder Vorgang bis auf die letzte Stelle hinterm Komma belegbar ist, hat Vinzenz Hensle von einem Erlebnis berichtet, für das es nicht nur keine Belege gibt, sondern das wohl auch an die Grenze des Vorstellbaren führt. Und dennoch – oder gerade deswegen – unzählige Menschen fasziniert hat. Der Nordweiler hat Stationen eines Nahtoderlebnisses in Bildern festgehalten.

Schon oft hat die Sparkasse Kenzingen eine Kunstausstellung präsentiert, doch noch nie war der Besucherandrang so groß wie bei "Der Weg". Rund 20 Bilder, überwiegend von starker Leuchtkraft, aber auch mit düsteren Elementen, zeichnen den Weg nach, den Vinzenz Hensle am 4. Juni 2011 bewältigte. Nach einem schweren Unfall in den Reben lag er bewusstlos an einer Böschung, als etwas geschah, das er selbst nicht begreifen konnte: Seine Seele habe den Körper verlassen und einen Weg zurückgelegt –nicht in dieser Welt, sondern

"auf der anderen Seite".

Für den Hauptgeschäftsstellenleiter Christoph Gerber und seine Mitarbeiter bot sich in den vergangenen Wochen im Schalterraum der Sparkasse ein sich oft wiederholendes Bild: Sie sahen Menschen, die lange vor den an Stellwänden angebrachten, abstrakt und unwirklich erscheinenden Bildern standen und diese betrachteten. "Die Besucher suchten einen Sinn darin", schilderte Gerber seine Eindrücke. Aufgrund der außergewöhnlich starken Nachfrage wurde die Ausstellung "Der Weg" um zwei auf sechs Wochen verlängert. Am vergangenen Donnerstagabend ging sie mit einer Führung des Künstlers zu Ende.

Vinzenz Hensle, 54 Jahre alt, Familienvater, macht den Eindruck eines bodenständigen Menschen, mit handwerklichem Geschick, aber ohne künstlerische Ambitionen. Einer, der sicher mit Kelle und Mörtel hantiert, aber nicht mit feinem Pinsel und Acrylfarbe … … …  Noch heute kommentiert er seine Werke mit der Aussage: "Es ist für mich unvorstellbar, dass ich das gemalt habe".

 

Erschreckende Figuren, angenehmes Licht

 

Es entstand zum Beispiel dieses Bild: Am unteren Randfließt in dunklem Rot der Schmerz ab, oben verschwindet am Horizont in blauenTönen die irdische Welt mit der Böschung, an der sein Körper liegt, und im Zentrum erstrahlt in gelber Farbe das Licht – diese Szene stellt den Übergangdar in die andere Welt, wie Hensle erläutert. Sein "Weg", also seine Seelenwanderung, habe ihn weitergeführt, vorbei an Schrecken einflößenden Figuren, gemalt in sehr dunklen Tönen, hin zum Licht, das er als angenehm empfunden habe. Angesichts der unvorstellbaren Erfahrung habe er sich Fragengestellt wie: "Wo bin ich?" und "Bin ich tot?"

Auf dem Weg ins Licht sei der Wendepunkt gekommen."Von oben" habe er eine Stimme vernommen und von ihr gewissermaßenden Auftrag erhalten, zurückzukehren und zu berichten. "Das ist so gravierend in mich reingegangen, wie wenn ein Pferd gebrandmarkt wird", wählte der Pferdeliebhaber einen Vergleich aus seinem Umfeld.

…. …..

 

Seine Malerei beschreibt nicht nur einen Weg, sie ebnet auch einen neuen – im Hier und Jetzt.

 

Das Ende ist offen.

 

 

 Vielen Dank für Ihr Interesse!